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Berechtigte Zweifel an Messergebnissen

20.01.16 18:38

 

Asphaltanlage im Eckenbachtal mit zweifelhaften Abgas-Mess-Ergebnissen

Berechtigte Zweifel, auch aufgrund geschwärzter Passagen im Messbericht, hat die Bürgerinitiative (BI) ?Keine Asphaltanlage im Eckenbachtal? an den jetzt vorliegenden Mess-Ergebnissen über den Schadstoffausstoß bei der Aufbereitung von Asphalt durch das hiesige Asphaltmischwerk, der th-asphalt GmbH.

Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften des BImSchG wurden von der ortsansässigen Firma th-asphalt GmbH wieder turnusgemäß im November 2014 Abgas-Messungen an der Anlage durchgeführt. U.a. sollten durch die Messungen die Schadstoffe Gesamtstaub, NOx, CO, SO2, Cges, Benzol und Butadien erfasst werden.

Die Ergebnisse der Messungen vom November 2014 an der Mischanlage konnten vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt jedoch so nicht akzeptiert werden. Mit mehrmonatiger Verspätung wurden die Messungen durch die Fa. Wesseling GmbH am 01. Juni 2015 wiederholt.

Die im Juni 2015 erhobenen Messwerte für Schwefel (SO2) waren sehr hoch und lagen mit 0,341 g/m³ (Maximalwert) nur knapp unter dem nach TA-Luft zulässigen Grenzwert von 0,35 g/m³.

Das ist nach Meinung der BI kein Wunder, bringt doch das Asphaltwerk seit zirka drei Jahren die sehr schwefelhaltige tschechische Braunkohle als billigeren Brennstoff zum Einsatz, was schon mehrfach von der BI - auch in mehreren Zeitungsartikeln - angeprangert wurde. Nach Auffassung der BI führt dies verstärkt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung in den nahegelegenen Wohngebieten, insbesondere bei Inversionswetter-lagen in den Monaten Oktober bis Januar.

Ebenso lagen die Messwerte für die gesundheitsschädlichen Stickoxide (NO2) mit 0,305 g/m³ sehr hoch (Grenzwert 0,350 g/m³).

Auf Wunsch wurde der neue Messbericht der Fa. Wesseling vom 15. Juni 2015 vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt auch der BI zur Verfügung gestellt. Dabei entzündete sich eine Kontroverse zwischen BI und Landratsamt, weil von der th-asphalt GmbH wichtige Angaben, die für die Beurteilung der Richtigkeit der Messungen wichtig sind, geschwärzt und als Betriebsgeheimnisse deklariert wurden.

Daraufhin beauftragte die BI das IFU-Ingenieurbüro für Umweltschutztechnik, Herrn Gebhardt, mit einer gutachterlichen Stellungnahme. In seinem Gutachten vom 15. Dezember 2015 kam Herr Gebhardt zum Ergebnis, dass im Messprotokoll eine ganze Reihe von Mängeln, Widersprüchen und Fehler enthalten sind. Beispielsweise fehlen bei Schwefeldioxid und Staub die Dokumentationen der Messungen in Form von Messkurven. Bei den Messungen wurden keine  Asphaltmischungen mit hohem Sandanteil erzeugt, bei denen erfahrungsgemäß die höchsten Emissionen entstehen (z.B. bei Splittmastix und Asphaltbeton). Es ist deshalb davon auszugehen, dass auch aus diesem Grund nicht die ungünstigsten Betriebsbedingungen vorlagen, bei denen die Messungen nach den einschlägigen Richtlinien durchzuführen sind.

Aufgrund der Mängel kann deshalb nach Auffassung des Gutachters nicht ausgeschlossen werden, dass die in der TA-Luft und im Genehmigungsbescheid festgelegten Grenzwerte, insbesondere für Schwefel und Stickoxide gar nicht eingehalten werden.

Das Gutachten wurde von der BI inzwischen an das Landratsamt weitergeleitet. Man darf auf dessen Reaktion gespannt sein. Nach Auffassung der BI wäre es seitens des Landratsamts sachgerecht gewesen, auch die neueren Messungen vom 15. Juni 2015 als ungeeignet zurückzuweisen und auf eine Wiederholung zu bestehen.

In Anbetracht der Ergebnisse des Klimagipfels in Paris und dem dort beschlossenen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ist nach Auffassung der BI auch ein Weiterbetrieb von Asphaltanlagen mit Braunkohlestaub als Brennstoff mittel- und langfristig nicht mehr vertretbar. Die sehr großzügigen Grenzwerte für Asphaltanlagen in der TA-Luft müssen deshalb baldmöglichst geändert werden. Daran wird sich auch zeigen, ob die Politiker gewillt sind, ihre vollmundigen Versprechen auf der Klimakonferenz in Paris umzusetzen, oder ob es mal wieder nur ?heiße Luft? ist, was die Politiker von sich geben.

Richard Porzel